Exchange 2013: Testsystem mit Database Availability Group (DAG) und Kemp Loadbalancern (Teil 1)

Das ist ja fast wie Weihnachten, heute sind 2 neue HP Server und 2 Kemp Loadbalancer eingetroffen. Eigentlich sind die Systeme für einen Exchange 2010 Cluster gedacht, aber da noch ein bisschen Zeit ist, bietet es sich an mit den Systemen auch gleich mit Exchange 2013 Hochverfügbarkeit zu testen.

Folgende Hardware steht für den Test zur Verfügung:

2 x HP DL380 Gen8

  • je 2 x Intel E5-2620 Six-Core CPUs
  • je 48 GB RAM
  • je 8 x 450 GB SAS 15k HDDs

2 x Kemp Loadmaster 2200

Die Testumgebung soll wie folgt aussehen

Zeichnung1

Es stehen noch 2 weitere Server zur Verfügung, ein Windows Server 2012 als Domain Controller und 1 Windows Server 2012 als FileServer, der auch das Quorum bereitstellt (zum Quorum kommen wir später).

Alle Systeme haben mehrere Netzwerkkarten und sind jeweils mit einer Netzwerkkarte mit dem Testnetzwerk verbunden. Für die Exchange Server (EX1 und EX2) steht eine weitere Netzwerkkarte für die Replikation der Datenbanken bereit (grün eingezeichnet).

Hier der noch unverkabelte Testaufbau:

Foto

Hier der verkabelte Testaufbau… (es ist ein Test, es muss funktionieren, nicht schön aussehen Zwinkerndes Smiley)

Exchange

Die Verkabelung im Detail:

LB1 ETH1 –> Switch

EX1 ETH1 –> Switch

EX1 ETH2 –> EX2 ETH2

LB2 ETH1 –> Switch

EX2 ETH1 –> Switch

EX2 ETH2 –> EX1 ETH2

Das komplette Testnetzwerk incl. Domain Controller, FileServer für das FileShare Witness der DAG und Testclient sieht wie folgt aus:

Zeichnung2

FS01 hat nur die Fileserver Rolle inne und wird das Quorum für die DAG bereitstellen. CLT01 ist ein Windows 8 Client mit Outlook 2013 zum Testen. DC01 und DC02 sind Domain Controller für die Domain “frankysweb.local”. EX01 und EX02 sind Member Server und werden mit Exchange 2013 installiert. Alle Server nutzen als Betriebssystem Windows Server 2012.

Teil1: Einrichtung der Exchange Server

Fangen wir also mit der Konfiguration von EX1 an. der Server hat wie schon erwähnt 2 Netzwerkkarten (Produktion und DAG-Replikation)

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Auf der Netzwerkkarte “DAG-Replikation” werden alle Protokolle bis auf TCP/IPv4 deaktiviert

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Für die Netzwerkkarte wird nur IP und Subnet konfiguriert, kein Gateway oder DNS Server. In meinen Fall wähle ich für EX01 die IP 192.168.1.1 für das Replikationsnetzwerk.

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Zusätzlich wird unter dem Punkt “Erweitert” der Haken bei “Adressen dieser Verbindung im DNS registrieren” entfernt

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In den erweiterten Einstellungen wird in der Reihenfolge der Verbindungen erst die Netzwerkkarte “Produktion” ausgewählt, an nächster Stelle erscheint dann “DAG-Replikation”

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Für EX02 gelten die gleichen Einstellungen, als IP für das Replikationsnetzwerk wird 192.168.1.2 verwendet.

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Machen wir uns also an die Installation von Exchange 2013 auf Server EX01. Zunächst einmal die erforderlichen Rollen per Powershell installieren:

Install-WindowsFeature AS-HTTP-Activation, Desktop-Experience, NET-Framework-45-Features, RPC-over-HTTP-proxy, RSAT-Clustering, RSAT-Clustering-CmdInterface, Web-Mgmt-Console, WAS-Process-Model, Web-Asp-Net45, Web-Basic-Auth, Web-Client-Auth, Web-Digest-Auth, Web-Dir-Browsing, Web-Dyn-Compression, Web-Http-Errors, Web-Http-Logging, Web-Http-Redirect, Web-Http-Tracing, Web-ISAPI-Ext, Web-ISAPI-Filter, Web-Lgcy-Mgmt-Console, Web-Metabase, Web-Mgmt-Console, Web-Mgmt-Service, Web-Net-Ext45, Web-Request-Monitor, Web-Server, Web-Stat-Compression, Web-Static-Content, Web-Windows-Auth, Web-WMI, Windows-Identity-Foundation, Server-Media-Foundation, RSAT-ADDS

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Wenn die Windows Features installiert sind, müssen noch folgende Pakete installiert werden:

Microsoft Unified Communications Managed API 4.0, Core Runtime 64-Bit

Microsoft Office 2010 Filter Pack (64 Bit)

Microsoft Office 2010 Filter Pack SP1 (64 Bit)

Wenn alle Voraussetzungen installiert sind, kann Exchange 2013 installiert werden. Die Installation ist für beide Server gleich, ich beginne mit Server EX01.

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Nach den ersten üblichen “Next” geklicke, wähle ich “Don’t Use recommended settings”

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Im darauffolgenden Dialog werden Mailbox und Client Access role ausgewählt

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Den Installationspfad belasse ich auf Standard, nur die Datenbanken und Logs verschiebe ich später auf ein extra Volume

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Als Namen meiner Exchange Organisation gebe ich “FrankysWeb” ein

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Auch den Malware Scan lasse ich eingeschaltet

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Der Readniness Check warnt nur davor, dass das Active Directory Schema aktualisiert wird. Das ist völlig in Ordnung.

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Nach einer Weile ist die Installation durchgelaufen. Die Installation für Server EX02 ist identisch, außer das kein Organisations-Name angegeben werden muss.

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Der Server EX02 weist beim Readiness Check darauf hin, dass kein  Send-Connector gefunden wurde. Da Exchange noch nicht konfiguriert wurde, ist das normal.

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Auch das Setup von EX02 nach ein paar Minuten erfolgreich.

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Jetzt haben wir also 2 installierte aber noch nicht konfigurierte Exchange 2013 Server. Die Konfiguration der Exchange Server folgt in Teil 3, in Teil 2 konfigurieren wir erst einmal die Loadbalancer für HA Betrieb. Morgen…

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