Exchange 2016: Ende des Mainstream Supports rückt näher

Irgendwie kommt es mir noch gar nicht so lange vor, aber es nähert sich tatsächlich schon das Ende des Mainstream Supports für Exchange 2016. Ab dem 14.10.2020 ist Exchange 2016 in der Extended Support Phase, was bedeutet, dass es keine CUs mehr geben wird und nur noch kritische Sicherheitsupdates und Updates für die Zeitzonen erhalten wird. Das Letzte CU für Exchange 2016 (CU19) wird im Dezember 2020 veröffentlicht werden, danach gibt es nur noch die Sicherheitsupdates bis zum 14.20.2025. Im September 2020 wird voraussichtlich das CU 18 veröffentlicht werden. Es muss jetzt also nicht zwingend sofort zu Exchange 2019 migriert werden, nur weil der Mainstream Support für Exchange 2016 endet.

Auf dem Exchange Team Blog gibt es auch eine Aussage zum Thema “Management Exchange Server”. Ein “Management Exchange Server” ist bisher erforderlich, wenn das lokale Active Directory mittels AADConnect synchronisiert wurde, und die Postfächer zu Microsoft 365 migriert wurden. Für Einstellungen und Berechtigungen für die migrierten Postfächer ist nach wie vor ein “Management Exchange Server” erforderlich. Der Server selbst hält dann keine Postfächer mehr und dient nur noch zum Verwalten der Einstellungen. Zu diesem Thema findet sich der folgende Absatz auf dem Exchange Team Blog:

There is one more consideration for this change that we want to address here today, and that is the ongoing use of Exchange Server 2016 for recipient management for hybrid organizations that have moved all their mailboxes to the cloud.
As you probably also know we have historically provided a free license for these ‘management’ servers if their only use is to properly manage Exchange attributes when recipient objects are mastered on-premises. You also know that we never provided this free license type for Exchange Server 2019.
We want to assure you that we are still committed to delivering a solution that will allow these lingering servers to be removed, but it will not arrive before Exchange Server 2016 enters Extended Support.

Quelle: Exchange Server 2016 and the End of Mainstream Support

Microsoft arbeitet also an einer Lösung um die Management Exchange Server abzulösen. Die neue Möglichkeit ist allerdings nicht vor dem Beginn des Exchange 2016 Extendet Supports fertig, sondern wird später kommen. Da bis zum Ablauf des Extended aber noch weitere 5 Jahre ins Land ziehen, kann man wohl geduldig warten, bis die entsprechende neue Lösung fertig ist und muss nicht zwingend die Management Exchange Server zu Exchange 2019 migrieren (Management Exchange Server nach Exchange 2019 zu migrieren erfordert Volume Licensing).

Wer Exchange 2016 im Hybrid oder komplett on-Prem betreibt, kann sich also jetzt schon mal langsam Gedanken über die Migration zu Exchange 2019 machen. Ist ja noch genug Zeit, da Exchange 2019 aber Volume Licensing erfordert und ggf. erst Verträge geschlossen werden müssen, kann man sich ja schon mal so langsam Gedanken machen.

Übrigens: Nach der Product Lifecycle Webseite von Microsoft haben Exchange 2016 und Exchange 2019 das gleiche Enddatum für den Extended Support:

Exchange 2016: Ende des Mainstream Supports rückt näher

Quelle: Microsoft Support Lifecycle

Da stellt sich natürlich schon die Frage, warum Exchange 2019 nicht mal 2 Jahre Extended Support bekommt, statt der üblichen 5 Jahre?! Bis dahin kann ja noch viel passieren…

11 Gedanken zu „Exchange 2016: Ende des Mainstream Supports rückt näher“

  1. Nächstes Jahr wird Microsoft die Katze aus dem Sack lassen, Exchange Server 2022 OnPremise, ich gehe nur noch von 40% Wahrscheinlichkeit aus.

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      • Das kann ich mir absolut nicht vorstellen…
        Wenn ich unsere Umgebung anschaue mit 2.500 Clients… Und wir sind komplett onpremise… Ausserdem das Desaster mit Privacy Shield etc…

        Wenn es sich irgendwie verhindern lässt gehen wir nicht in die Cloud

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        • Dito bei uns. Nicht ganz so groß aber Cloud ist ein No-Go.

          Gibt’s irgendwo eine ernstzunehmende Microsoft User-Group, die in der Richtung mal Druck aufbauen könnte? Habe eigentlich keine Lust, in 2022 ein Migrationsprojekt zu Open-XChange o.ä. zu starten.

    • Kann ich mir fast auch nicht vorstellen.
      Wir haben bei uns (Öffentlicher Dienst) momentan Exchange 2016 am Laufen. Soll dieses Jahr bzw. Anfang kommenden auf Exchange 2019 gehoben werden.
      Bei ca. 50.000 Postfächern usw. kann ich mir nicht Vorstellen, das MS hier den Schritt in die Cloud machen wird. Hier sind wir dann mit ziemliche Sicherheit (allein aus dem Sicherheitsaspekt gesehen) raus.
      Und dieses Geld wird sich MS nicht entgehen lassen.

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  2. Ich konnte mir in meiner IT Karriere auch so vieles nicht vorstellen und wurde von der Geschichte eingeholt..

    Alleine schon die Tatsache mit dem gleichen Extended Support Zeitraum für Exchange 2016 und 2019 zeigt doch, wohin die Reise gehen wird…OnPrem Exchange wird sterben, die Frage ist nur, wann.

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  3. ich glaube nicht, dass Microsoft Exchange OnPrem sterben lassen wird, aber Sie werden die Zügel anziehen, bedeutet zum Beispiel

    Exchange 2019 supportet nur noch Outlook 2019 und Office 365
    Exchange 202X supportet nur noch Outlook 202X und Office 365

    Der Server unter dem Exchange darf dann nur noch ein Server 2019 / 202X sein, Produktlebenszyklus 3 Jahre maximum.

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  4. Mal sehen, welche Specs das neue Exchange denn dann benötigt, 1Tb Ram, keine Virtualisierung, SSD only und mind. 5 Tb, die Maßlosigkeit kennt keine Grenzen….. :-)

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  5. Tut es uns weh, wenn der Mainstream Support endet? Wichtig sind für alle Umgebungen ja die Sicherheitsupdates; größere Bugs dürften ja (hoffentlich) nicht mehr auftauchen und mit kleineren Bugs ist man eh auf sich allein gestellt.

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  6. Wäre es nach MS gegangen dann wäre schon Exchange 2013 die letzte On Premise Version gewesen. Zu Exchange 2016 und 2019 wurde MS quasi nur noch gezwungen. Bin gespannt wie lange sie das Spiel noch mitmachen.

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