Exchange 2010: Support Ende rückt näher – Was nun?

Mich erreichen aktuell viele Mails zum bevorstehenden Support Ende für Exchange 2010. Der Support für Exchange 2010 endet bekanntlich am 14.01.2020. Scheinbar haben derzeit gerade kleinere Unternehmen, die aktuell noch Small Business Server einsetzen, Probleme einen Dienstleister oder Systemhaus zu finden, welches bei der Migration unterstützt. Schon öfters habe ich nun gelesen, dass die Cloud keine Alternative ist und die Systemhäuser die Kunden geradezu in die Cloud drängen.

Die Situation ist ja gerade nicht ganz einfach, zum einen scheint es Dienstleister zu geben, die Kunden die Cloud nahezu aufdrängen wollen und zum anderen gibt es Kunden die von “der Cloud” einfach nichts wissen wollen. Diese beiden Lager zusammenzubringen dürfte schwierig werden…

Einige Argumente,die ich den Mails entnehmen konnte, lauten zum Beispiel:

  • Es gibt keine Alternative zur Cloud (gemeint war Office 365, Aussage des Dienstleisters gegenüber Kunde)
  • Kunden mit Small Business Server 2011 dürfen nicht zu Exchange 2016 migrieren (Aussage des Dienstleisters gegenüber Kunden)
  • Microsoft supported nur noch Kunden mit Office 365 Konten (Aussage des Dienstleisters gegenüber Kunde)
  • Office 365 ist viel zu instabil und unsicher (Aussage eines Admins)
  • Meine Daten sind bei mir sicherer aufgehoben (Aussage eines Admins, Einzelkämpfer)

Ich möchte dies hier gar nicht groß kommentieren, nur so viel: Stimmt so nicht!

Das Support Ende von Exchange 2010 (und auch dem SBS Server) rückt aber immer näher und daher muss zwangsläufig eine Lösung her, denn Software, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt, sollte man im Unternehmen keinesfalls einsetzen. Natürlich läuft Exchange 2010 oder der SBS auch noch nach Support Ende weiter, dass Risiko aufgrund von nicht geschlossenen Sicherheitslücken in Schwierigkeiten zu kommen, steigt aber mit jedem Tag.

Ich würde daher mal ganz gerne eine kleine Umfrage starten. Wie sieht aktuell die Planung für das Support Ende von Exchange 2010 aus?

Der Support für Exchange 2010 endet im Januar 2020, daher:

  Auswertung

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Die zweite kleine Umfrage soll dazu dienen, einen Überblick zu gewinnen, in wie weit bereits begonnen wurde Exchange 2010 abzulösen:

Der Stand der Dinge:

  Auswertung

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Die erste Umfrage liefert ja im Prinzip auch schon die Möglichkeiten, aus denen man wählen kann, wenn aktuell noch Exchange 2010 eingesetzt wird.

Ich möchte die Umfrage nutzen, um in den nächsten Artikeln die Vor- und Nachteile der Möglichkeiten möglichst objektiv darzustellen. Je nach Frequentierung der Möglichkeiten, würde ich dann die Artikel priorisieren.

Gerne können auch Meinungen zu den Möglichkeiten in die Kommentare geschrieben werden, beispielsweise warum diese oder jene Möglichkeit nicht in Frage kommt. Dabei können gerne auch noch ein paar offensichtlich falsche Argumente geliefert werden, die man sich als Dienstleister oder Kunde anhören muss.

Exchange 2010 Support Ende - RIP

40 Kommentare zu “Exchange 2010: Support Ende rückt näher – Was nun?”

  1. … ich habe einen kleinen Kunden (6 Mitarbeiter) auf Exchange 2019 (virtuelle Maschine) umgestellt. Der DC läuft (alle wegschauen) zusätzlich als Fileserver. Also Windows 2019 Standard und 2 virtuelle Maschinen. Mir fehlt noch die Outlook an Exchange Anbindung (2 Zertifikate sind jetzt da), aber das hoffe ich auch noch hinzukriegen.
    Als SPAM Schutz und zusätzlichen VirenSchutz habe ich die Exchange Toolbox (Jamsoftware). Die lief auf dem SBS auch schon gut.

    1. Für 6 Personen finde ich rentiert sich ein eigener Exchange nicht. Der Aufwand für die Migration + Lizenzkosten + Wartung im Vergleich zu Exchange Online ist wirtschaftlich bei so kleinen Unternehmen zu hoch. Bei größeren Kunden bauen wir immer noch gerne einen lokalen Exchange auf.

    2. Hallo, also bis 5 Usern empfehlen wir unseren Kunden auch Exchange Online bzw das O365 Paket, darüber dann eher den lokalen Exchange. Wir stellen mit dem Kunden aber immer eine ROI Berechnung auf und erläutern zusätzlich die Pros und Contras beider Lösungen. Dann bieten wir beides an und der Kunde muss sich dann mit allen wichtigen Informationen an der Hand selbst entscheiden. Mir ists doch egal ob ich ExOn oder nach MSX16>19 migriere. Und verdienen tun wa auch an beiden Lösungen. Wir verkaufen halt Lösungen und nicht persönliche Überzeugungen. Nur entscheiden muss sich der Kunde selbst.
      Wir als Unternehmen sind vor gut 1,5 bzw 2 Jahren von Exchange 2010 auf 2016 umgestiegen. Die Migration nach 2019 klemm ich mir bis zur nächsten größeren infrastruktuellen Änderungen im System.

      Mfg Archy

  2. Kleine Kunden migrieren wir auf einen Kopano onpremise, größere KMU (ab 5 user aufwärts) bekommen von uns einen Exchange 2019 empfohlen.

  3. O365 ist auf Dauer teurer, die meisten Kunden haben Virtualisierung, Backup, Firewall. Das finden sich immer ein paar Ressourcen für einen Exchange Server und bei 5-6 Jahren Betriebszeit ist es eigentlich immer deutlich günstiger, einen eigenen laufen zu lassen. Wir haben es oft genug ausgerechnet, es lohnt sich auch schon bei kleiner Nutzeranzahl.

    Das Microsoft Marketing unterschlägt auch gerne, dass es in der Cloud erst mal kein Backup gibt. Möchte man seine Exchange Daten sichern, muss eine weiterer Backup Lösung her, die auch hohe laufende Kosten verursacht.

  4. An meinem Kampfplatz für den (Kunden)Frieden wird tatsächlich auch bei kleineren Firmen vorwiegend zur Cloud-Migration in Richtung O365 geraten. Doch das ist meist eher den nicht mehr unter Garantie stehenden On-Prem-Blechen und der damit sich verkomplizierenden Wartung geschuldet.
    Jedoch nehmen wir sehr großen Abstand davon die Kunden zur Cloud zu drängen, da allein schon aus administrativer Sicht ein (so gut es eben mit Mikrosanftprodukten geht) deterministisches On-Prem-Setup den zum Teil sehr wolkigen (sync-cycles; Anzeige-Bugs; Downtimes durch Blitzeinschläge, Lizenz-Labyrinthe) Abläufen überlegen zu sein scheint.

  5. Hallo Frank, sehr interessanter Artikel. Aus meiner Erfahrung wissen unsere Kunden oft nicht was sie wirklich wollen. Viele unsere Kunden wünschen sich die totale Exchange Funktionalität und das am liebsten in der Cloud, bei maximalen deutschen Datenschutz und die Daten sollen bitte auch in Deutschland gespeichert werden, am liebsten auf dem eigenen Server. Aber selbst für 30 Leute ist eine on premise Installation von Exchange die ich virtualisieren und sichern kann mittlerweile kein großes Problem mehr. Verstehe nicht warum hier alle so rummosern weil sie eine Exchange on premise Installation haben (oder ich verstehe da was falsch). Die Lizenzen sind doch nicht die Welt, die CALs auch nicht, also.?

  6. Erschreckend was da für aussagen kommen? Sicher das die von systemhäuser kommen und nicht von Dingsda ???‍♂️
    Was ist aus unserer brache geworden :(

  7. Das erschreckente ist, dass Leute anhand von Blogs glauben, einen Exchange betreiben zu können dazu noch Ent Admin, PC Supporter etc sind. Wie schnell ist so ein System gehackt und sendet dann x Spam, Malware und sonst noch für abenteuerliche Daten raus (von internen Daten ganz zu schweigen). Exchange 2019 ist klar für Enterprise Kunden definiert, alles andere soll in die Cloud oder Open Source (ohne Wertung)… Für kleine Firmen lohnt es sich schlicht nicht, nur einen Spezi für Exchange anzustellen, obwohl dies eigentlich nötig ist um alle Nuancen von MS Exchange abzudecken.

    1. Interessanter Beitrag! Wir migrieren die meisten Kunden auf unseren Hosted Exchange. Wir sind ein IT-Dienstleister aus der Schweiz und viele Kunden möchten die Datenhaltung auch in der Schweiz haben. Somit ist hier der Fall dann recht klar. Spielt dies keine Rolle, migrieren wir auch nach O365 und sichern optional die Organisation mit Veeam in unsern RZ. Somit kann der Kunde wählen und beide Varianten haben ihre Vorteile :)

      1. Wegen Datenhaltung, dazu ist eigentlich Exchange das falsche Medium. Wenn man vertrauliche Daten verschickt, dann haben die wenigsten Force TLS zwischen den Gateways, vergessens s/mime oder PGP oder eine ähnliche Endbenutzerverschlüsselung (Security Appliances allenfalls bei Enterprise). Aus meiner Optik ist hier das Argument Cloud & Datenschutz fehl am Platz, wenn die Mails als Postkarte verschickt werden.
        Wegen Kosten, MS kümmert sich um das Sizing, man kann eine 100GB Mailbox haben mit unentlicher Litigation Hold und oder In-Place Hold um den Platz muss man sich keine Gedanken machen. Performance etc hat man SLA’s. Wenn mal was nicht geht hat man den Hersteller direkt am Draht und muss nicht zuerst eskalieren über allenfalls 3th Party bis man zu MS direkt gelangt. Man muss sich nicht um Backup, DR Tests, RZ’s etc kümmern. Ich denke, wenn man all diese Punkte zusammenzählt, kommt die Cloud meistens unter dem Strich günstiger als zwei redundante Exchange Server (bei den meisten wahrscheinlich im gleichen RZ).
        Ich denke, das kleinere Unternehmen einfach die Kosten direkt bei Exchange Online sehen und bei On-Prem sind sie versteckt über verschiedenste Stellen.

        1. schau Dir die Statistiken der Mailrelays an: zu 99% kommt eine opportunistische TLS Verbindung zustande. Damit ist der Fall doch schon mal abgehakt.

          Dann sehe ich doch einen großen Unterschied darin, ob man vielleicht 1 von 100 Mails während der Übertragung abfangen *könnte* , oder aber Terrabytes von Mails bei MS im Datacenter komplett un dauerhaft im Zugriff überlässt.

          Es geht um die automatisierte Analyse (durchaus auch mit KI-Methoden) des dort lagernden Datenpools durch den Anbieter, das ist das heutige Geschäftsmodell. Da spielt eine im Klartext verschickte Mail im Monat zwischen zwei Endpunkten wahrlich keine Rolle.

          Wem das egal ist, der kann doch zu O365 migrieren. Nur sollte man es ehrlicherweise vorher auch wissen, was da passiert. Und darüber hinaus, dass es i.d.R. deutlich teurer wird.

        2. Grundsätzlich gebe ich dir recht. Es ist meiner Meinung jedoch schon entscheidend, wo die Daten auch tatsächlich liegen und wer darauf zugreifen kann (z.B. Thema Cloud Act..). Zudem möchten nach wie vor sehr viele Unternehmen (jedenfalls in der Schweiz) wissen, von wem die Infrastruktur verwaltet wird und wo diese liegt (also auch lokalen Support, vertraute Ansprechperson etc.). Ist dies in O365 sieht das für den Kunden halt schon etwas anders aus. Schlusswort: Beide haben ihre Berechtigung und früher oder später kommt man an O365 nicht mehr vorbei :) .

    2. Exchange 2019 unterscheidet sich faktisch kaum von 2016, nur MS macht es KMUs durch überzogene Hardware Anforderungen madig und redet den Kunden ein „Enterprise“. Noch ist Cloud erheblich teurer, dann gibt es die Lücke Backup, das Thema DSGVO, Antispam muss man so hinnehmen oder schleift doch wieder eine eigene Lösung ein, dann wird es noch teurer und kann es gleich selbst betreiben.

      Ich verstehe nicht, wieso man MS seine Daten gibt und dafür Geld bezahlt. Das sammeln und analysieren von Benutzerdaten ist ein Geschäftsmodell, das sollte man wissen.

  8. Also das mit Cloud ist so eine Sache. Die meisten verstehen Kunden (gerade KMUs) verstehen den Unterschied nicht zwichen „Verfügbarkeit“ und „Datensicherheit“. Desweiteren ist O365 alleine nicht gobd-konform, da eine revisionssichere Mailarchivierung fehlt.
    Dann gibt es noch das Thema, dass Microsoft nach Jahren wohl immernoch nicht verstanden zu haben scheint, weil Mailserver so ganz generell funktionieren. Ich sage nur Greylisting-Loop.

  9. Also wir würden auf Exchange 2016 und dann Exchange 2019 migrieren, wobei sich die Frage stellt, ob O365 nicht auch eine Alternative wäre, wir haben bis zu 200 Postfächer…

  10. Hallo,
    was mir bei O365 nicht klar ist ist die DSGVO. Ich bin im vorwiegend sozialen Bereich tätig, wir bekommen die Lizenzen fast geschenkt, von beiden Varianten. Trotzdem günstiger ist die on Premise Lösung, es wir einmal installiert, vor Ende der SA Upgedatet und so habe ich 5-7 Jahre mit einmaligen Kosten abgedeckt. Wenn ich O365 durchrechne komme ich immer auf höhere Lizenzkosten.
    So schlampig wie unsere User mit PW und 2FA umgehen (was allgemein üblich im sozialen Bereich zu sein scheint) ist es mir sehr Recht das nur RDP gearbeitet werden kann und es keine Möglichkeit gibt Daten Lokal zu kopieren.

  11. Ich arbeite bei einem Systemhaus und wir machen das wie die meisten hier:
    – bei Kleinstkunden bieten wir die Cloud definitiv an (ohne sie aufzudrängen),
    – bei größeren erwähnen wir, dass es möglich ist, aber meist mehrere Gründe dagegen sprechen können:
    — z.B. die Internetanbindung, oder der Failover via LTE können zu schmalbandig sein
    — die Kosten können höher sein
    — es gibt Bedenken bzgl. dessen wo die Daten liegen
    Im Grunde betreiben wir keinen größeren Kunden in der Cloud, diese betreiben wir alle on premise. Wer den Wechsel in der Vergangenheit noch nicht durchgeführt hat und jetzt noch auf SBS / Ex2010 hängt, migriert meist zu Exchange 2016, manche investieren auch in den höheren Aufwand und Wechseln zu Ex2019.
    Wir selbst haben eine Kooperation mit einem Anbieter von Servern im RZ. Wir kennen den Inhaber seit vielen Jahren persönlich, kennen das RZ selbst von innen und betreiben einen Teil unserer Infrastruktur dort vor Ort. Wenn ein Kunde also unbedingt in die Cloud möchte, aber wissen will wo die Daten sind, können wir so sogar den Besuch „seines“ Servers / Daten anbieten und fahren mit ihm in das RZ. Aber das ist mehr Marketing… auch wenn es tatsächlich möglich ist.

  12. wir gehen auch von 2010 auf 2016. Klassisch im Haus, VM Lösung, Hardware ist ja da und preislich ist es auch günstiger als der Cloud Mist, dazu inhouse Backup mit Veeam. Außerdem habe ich alles selbst in der Hand wie viele Filtergateways ich davor setze und welche Hersteller. Office 365 soll kaufen wer will, nicht mit mir

  13. Bei uns (rund 300 Mailboxen) läuft aktuell die Migration zu Exchange 2016. Wir hatten jetzt zwei Termine mit einem Dienstleister, aber wirklich zufrieden sind wir nicht. Es wurden schon einige wichtige Punkte nicht beachtet, wo wir dann aufwendig Änderungen von Hand vornehmen mussten. Das hätte man vorher individueller absprechen und darauf dann die Migrationsskripte hin anpassen können. Andernfalls reicht dann auch die ausführliche Anleitung von Franky. :-)

    Die Migration der Public Folders und schlussendlich der Mailboxen ist noch offen. Da bin ich mal gespannt. Wird sicher auch wieder ein Akt.

  14. Wir gehen mit vielen Kunden zu Hosted Exchange (nicht direkt MS), wo die Daten in einem deutschen RZ liegen (werden dort auch gesichert).
    Der Vorteil ist: Kunden brauchen kleineren Server (DC / Fileserver / SQL-Server).
    Zusätzlich fällt weniger Wartungsaufwand an, die Datensicherung ist einfacher.

    Was mich noch interessieren würde: ein Tutorial für eine Domänenintegration für Office 365, wenn die interne Domäne eine .local ist, die externe aber z.B. eine .de (die Domäne sollte nicht umbenannt / migriert werden). Ein vorhandener interner Exchange 2013 soll dann abgelöst werden.

    1. Du kannst in Active Directory-Domänen und Vertrauenstellungen
      in die Eigenschaten gehen, gibts als alternativen UPN Suffix die .de Domäne an.
      Dann gibts du den USERN als UPN das .de UPN.
      So hatte ich nicht Probleme bei Migrationen zu Office 365

      1. So hatten wir dieses auch umgesetzt und den Abgleich mit Azure durchgeführt – allerdings gab es am nächsten Tag Probleme mit der Anmeldung an Ressourcen (NAS mit AD-Zugriff), sowie Authentifizierungsprobleme am Hosted Exchange (HE hat eigene Userverwaltung – also vom AD komplett entkoppelt).
        Nach Rücknahme der Änderungen war alles wieder ok.
        Anmeldung mit user\firma.local, user\firma.de, user@firma.de, user@firma.local konnte nicht erfolgreich ausgeführt werden…
        Irgendeine Idee, was da schiefgelaufen sein könnte ?

        1. Wenn ihr mit AzureADConnect gearbeitet habt lohnt ein Blick auf den gesetzten Anker. UPN scheint da nicht (mehr) zu funktionieren. Wir machen das jetzt mit der GUID und haben keine Probleme.

  15. Wir haben bereits unseren Exchange 2010 zu 2016 ohne großen Aufwand migriert (ca. 30 Clients).
    Wenn alles korrekt konfiguriert ist, dann läuft das ganze auch ohne großen Support Aufwand Sicher und Stabil.
    Sollte es von MS mal nur noch Cloud Produkte geben, wird bei uns vorher alles zu Linux / Unix Systemen migriert.
    Nicht umsonst heißt es ja „Einmal in der Cloud wird es geklaut!“

    1. Ob die Mails nun, vor deinem Exchange on prem abgefangen werden oder in der Cloud macht doch keinen großen Unterschied. Wenn jemand die Daten haben will der genug und Geld und Mittel hat, bekommt er die Daten.

      1. dahinter steckt jetzt aber schon etwas Unwissenheit:

        – ist Dein MX bei Dir, gibt es Punkt-zu-Punkt TLS Verbindungen, da hört niemand was ab
        – über den Mailflow zu O365 hat der Provider selbstverständlich Kenntnis
        – die Nutzdaten bei O365 liegen auf Exchange Servern, diese werden durch MS analysiert (immer), im Zweifel auch Daten ohne Rückfrage weitergegeben (Patriot Act u.a.)
        – was außer der Anlayse der Metadaten mit Deinen Inhalten passiert, weiß nur der Provider, die Daten sind unverschlüsselt, Bitlocker auf den Servern schützt nur vor Zugriff im ausgeschalteten Zustand
        – die Nutzdaten sind durch Admins spielerisch im Zugriff, das kann kein Kunde der Welt verhindern
        – auch die missbräuchliche Verwendung Deiner Daten auf den MS Exchange Servern wirst Du weder erfahren noch verhindern können (s. iCloud u.a.)

  16. Ich stehe gerade auch bei einem Kunden vor der Frage. 4 Arbeitsplätze (3x Win, 1x Mac) und ein SBS 2011.
    Mails werden per POP3-Grabber (nicht erschlagen) vom Provider abgeholt, weil dieser den MX nicht auf die IP des Kunden setzen will.
    Die Windows-Kisten haben Outlook und nutzen der Exchange des SBS, der Mac ruft die Mails direkt per POP3 mit AppleMail beim Provider ab. Der Mac-Nutzer (GF) will kein Outlook auf seinem Mac.
    Problem an der Sache ist noch. An dem Standort ist DSL nur mit 1,5Mbit/ down und 512kbit/s verfügbar. Da ist das dann schon ganz praktisch, wenn der Exchange die Mails gesammelt übertragen kann.

    Cloud will ich denen eigentlich nicht empfehlen, das macht keinen Spaß, wenn sich die Mails dann alle im Outlook-Postausgang sammeln und zum Feierabend noch nicht raus sind.

    Also wird es wohl entweder ein Exchange 2016 oder irgendwas auf Basis OS oder Freeware. Wobei das beim Exchange natürlich so praktisch ist, dass sich Outlook innerhalb der Domäne selbst einrichtet.

      1. Wenn der Kunde den Preis dafür sieht, fällt er vermutlich vom Stuhl.
        In Kombi mit dem SBS war der Exchange ja billig zu haben…

  17. Ich bin gespannt.

    Ob Exchange OnPremises oder Online ist eigentlich keine schwere Frage mehr. Die Kunden möchten modernisieren und da sind die anderen Cloud Services wie Kommunikation und Kollaboration wichtiger. Wenn man dann noch den lästigen Exchange los wird und die Storage verschrotten darf ist auch keiner böse.

    Im Endeffekt ist es aber oft einfach eine Glaubens, Halbwissen und Geldfrage. Natürlich ist es profitabler einem „hosted Exchange“ bereit zu stellen als ein %-Subscription-Kickback von Microsoft zu erhalten.

    1. wer kein SharePoint und Teams benötigt, spart bei einer Betriebszeit von 5-6J ziemlich genau die Hälfte ein, da sind schon Kosten für einen weiteren ESXi, auf dem ja auch mehr als eine Exchange VM laufen kann, mit drin.

      Nur so mal um zu zeigen, über welche Größenordnungen wir hier sprechen. Das kann dann bei einer Firma mit 1000 MA eine Ersparnis von 600.000 € ausmachen.

      1. Klar. Die Cloud hat den schönen Vorteil das man sie schlecht und gut rechnen kann. Je nach Intention des Kunden, Einkaufs, Hoster, Dienstleister. Entweder man vergleicht Äpfel mit Äpfel oder Äpfel mit Birnen.

        Bei Exchange Online kann ich entweder die O365 E3 nehmen oder den Exchange Online P1. So komm ich dann bei 1000 MA mit Exchange Online auf Gesamtkosten von 204.000€ auf 5 Jahre. Keine Ersparnis von 600.000.

        1. ist doch gegenüber On Prem immer noch doppelt so teuer!

          Außerdem: neben Deinen 1000 AD Usern möchtest Du noch 1000 Online P1 User verwalten? Viel Erfolg…

  18. Interessant sind manchmal die Gründe, warum zu O365 Abos gegriffen wird. Gerade neulich erlebt: Kunde hat für seine kompletten MItarbeiter ca.200 Office 365 Business Premium beschafft. Trotz vorhandener redundanter Exchange 2016 Server mit entsprechender Anzahl CALs _mit_ SA für beides. Argument des Verkäufers (Telekom) in O365 ist die Exchange CAL ja bereits enthalten und auch das Office (welches der Kunde mit Office 2013 aber auch besaß und bis 2022 meiner Meinung nach kein Bedarf auf neueres). Leider hat halt niemand nachgerechnet, so dass jetzt sowohl das 3-jährige O365 Abo (liegt bei ca. 18k/a) plus die vorhandene SA usw. bezahlt werden. Ich würde sagen, wirklich preiswert wäre nur die komplette On-Premise Abschaltung, wenn da nicht die Forderung wäre, alles On-Premise zu lassen. ;) Außer Teams, das soll ja genutzt werden. Der O365 „Integrator“ hat dann netterweise auch gleich noch die Hybridkonfiguration durchgeklickt und schon hat man ganz viel Spaß. Und nein, ich wurde erst danach mit einbezogen. So kanns gehen bei den Kunden.

  19. Also ich hab Ende 2017 von 2010 auf 2013 gewechselt. Letztes Jahr dann von 2013 auf 2016. Quasi mal so nebenbei, einfach mal los gemacht und fertig, ganz ohne Plan. Ein paar Admins aus anderen Einrichtungen haben da schon mit Augen gerollt. Dazu wäre doch ne Planung notwendig. Aber ich muss sagen, alles gut. Alles läuft perfekt. Das ganze noch in der Sophos UTM abgesichert, dank an Franky für die tolle Anleitung.

    Also keine Scheu vorm Upgrade, klar ist jedes System anders und es können immer wieder Fehler bei der Installation auftreten, aber was muss das muss, wer noch auf 2010 ist der sollte in den nächsten Monaten in die Puschen kommen, ob lokal oder in der Cloud.

  20. Unser Status Quo:
    Exchange 2010 mit 150 Benutzern.
    Wir wechseln zu O365 mit Business Premium. Das mag nur für Exchange viel teurer sein aber ausreichend Bandbreite haben wir eh schon, wir nutzen direkt die Office Client Lizenzen mit und planen dann auch SfB/Teams mitzunutzen.
    Das ist dann preislich günstiger als onprem-Lizenzen.

    Kurze Frage, vielleicht wird die ja in der Artikelserie beantwortet.
    Mit lokalem AD mit AAD Connect ist ja weiterhin ein lokales Exchange zur Verwaltung „notwendig“ (im Sinne von Supported durch MS). Also eine Hybridstellung.
    Die ist ja auch mit 2010 möglich aber diese 2010er onprem Management Instanz sollte ja bis Jahresende weg.
    Direktupdate auf 2019 mit der Hybridlizenz ist ja nicht möglich also muss ich doch onprem über 13 oder 16 gehen.
    Diesen onprem Update AUfwand wollten wir durch den Weg in die Cloud ja eigentlich vermeiden.

    Ist es sinnvoller den Hybrid-Mode mit dem 10er zu realisieren und dann „später“ onprem auf den 19 als mgmt zu gehen oder erst onprem only auf 19 zu gehen und dann zu migrieren?

    1. Hi,

      ich persönlich würde auf den 16er gehen und dort bleiben, denn für den 19er gibt es keine Management Lizenz mehr durch den HCW.
      Wenn du einen 19er einsetzen möchtest, welcher noch ein paar kleine Vorteile hat, dann musst du selber in die Tasche greifen.

      Gruß

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